Südvorstadt
Kurzchronik
- Erste Bauten an der Südstraße sind zwischen 1895 und 1897 entstanden (siehe Adressbücher). An der Oelsnitzer Straße standen bereits Anfang der 1890er Jahre und davor einige Häuser.
- Am 1. Januar 1905 eröffnete im Haus Fichtestraße 12 eine Polizeiwache
- Am 15. April 1908 fand die Weihe der katholischen Bürgerschule an der Heynigstraße statt. Diese Trasse liegt am oberen Ende des Höcknerplatzes (heute Kita Pfiffikus). Der Bau wurde im Zweiten Weltkrieg zestört.
- Am 2. Dezember 1909 erhielten die Südvorstädter einen Straßenbahnanschluss. Die Weiße Linie (Tivoli-Reinsdorf) nahm ihren Betrieb auf. Die Bezeichnung Südvorstadt kam erst 1926.
- Am 1. September 1950 konnte die Notunterkunft des Krankenhauses in der Herbartschule geschlossen werden. Die Einrichtung ist in den ehemaligen "Plauener Hof" an der Melanchthonstraße (spätere Frauenklinik) umgezogen.
- Am 7. August 1953 hat das neue Sportlerheim der Betriebssportgemeinschaft Chemie seine Türen geöffnet (heute Concordia).
- Am 11. Januar 1961 ging in der Herbartschule die erste Schulzahnstation des Bezirkes Karl-Marx-Stadt in Betrieb.
- Am 28. Juni 1964 wurde die Gleisschleife der Straßenbahn-Endhaltestelle Südvorstadt fertig.
- Am 21. Dezember 1968 startete der neue Kindergarten Pionier (heute Pfiffikus) an der unteren Hegelstraße (Höcknerplatz).
- Am 16. Februar 1972 konnten Autofahrer erstmals an der neuen Tankstelle an der Oelsnitzer Straße ihre Kraftstoffbehälter auffüllen.
- Am 17. März 1973 nahmen die Schülerinnen und Schüler der Herbartschule ihre neue Turnhalle unterhalb des Gebäudes in Besitz.
Quellen: Peter Albrecht, Geschichtskalender für die Stadt Plauen, Selbstverlag, 2025 - Adressbücher für die Stadt Plauen - Stadtpläne für die Stadt Plauen
Reusa
Spaziergänger finden die Reste des Rittergutsparks Reusa an der Pflaumenallee (Foto oben). Diese Allee zweigt von der Röntgenstraße in der oberen Kurve ab und verläuft zum Reusaer Wald. Das ehemalige Rittergut Reusa mit dem Schloss (1918 abgerissen) befand sich auf der Fläche des heutigen Gewerbegebietes zwischen Röntgenstraße und Reusaer Wald. Die dort vorhandene Straßenbezeichnung "Gut Reusa" und die Straßenbahnhaltestelle "Schloß Reusa" oberhalb zeugen noch von der Vergangenheit.
Kurzchronik
- Die Eingemeindung von Reusa (2024 Einwohner) in die Stadt Plauen ist am 7. April 1903 vom Stadtgemeinderat beschlossen und am 1. Juli 1903 vollzogen worden.
- Im Februar 1910 sorgte der Haus- und Grundstücksbesitzerverein für elektrisches Licht an der Gasse "Am Weinberg". Die Mitglieder wandten sich an den Stadtrat. Der stimmte zu - wegen der hohen Kosten für die bis dahin genutzte Gasbeleuchtung.
- Am 7. Mai 1911 startete der Bau des Friedrich-Krause-Stifts an der von Reusa nach Kleinfriesen verlaufenden Straße. Die Übergabe erfolgte am 29. Oktober 1911. Es handelte sich um ein Kinderheim.
- Am 2. Mai 1912 fiel der letzte Baum auf der für die Errichtung des Reusaer Waldhauses bestimmten Fläche. Das Haus wurde über weite Strecken als Ausflugsgaststätte und für Übernachtungen genutzt. Seit 2020 befindet es sich in Privathand.
- Am 1. Februar 1918 ging der Hauptfriedhof Reusa in Betrieb. Das Gelände ist 28 Hektar groß.
- Am 13. Januar 1919 ist der Abriss des Reusaer Schlosses beendet gewesen. Die Stadt Plauen hatte das 1627 errichtete Gebäude 1901 übernommen. Im Jahr 1910 beschloss man dessen Abtragung, setzte sie aber nicht in die Tat um. Das geschah dann erst nach nochmaligen Beschluss im Jahre 1918.
- Am 12. Juli 1920 erhielt die 10. Bürgerschule Plauens den Namen "Reusaer Schule".
- Am 11. Juni 1921 fuhr die Straßenbahn erstmals von der König-Albert-Brücke (Alte Elsterbrücke) bis zur Haltestelle "Schloß Reusa". Das Schloss stand zu diesem Zeitpunkt schon über zwei Jahre nicht mehr. Am 6. November 1921 folgte die Verlängerung der Strecke bis zum Ortsausgang Reusa und am 13. Juli 1922 bis zum Hauptfriedhof.
- Am 8. Februar 1966 öffnete die Kaufhalle an der Ecke Am Weinberg / Reusaer Straße ihre Türen. Der Bau ist 2006 nach langem Leerstand abgerissen worden.
- Die Straßen im Neubaugebiet Suttenwiese erhielten Namen von den an der innerdeutschen Grenze gefallenen Grenzsoldaten der Nationalen Volksarmee der DDR: Reinhold Huhn, Egon Schultz, Peter Göring, Rudi Arnstadt.
- Am 4. Januar 1970 haben die Bezirksmeisterschaften im Querfeldreinradrennen im Reusaer Wald stattgefunden. Die Rennstrecke war 21 Kilometer lang.
- Am 14. April 1976 bekam das Kinderheim gegenüber dem Hauptfriedhof den Namen "Walter Hedler". In der früheren Einrichtung des Friedrich-Krause-Stifts an der Walter-Hedler-Straße (Kleinfriesener Straße) lebten 35 Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren.
Quellen: Peter Albrecht, Geschichtskalender für die Stadt Plauen, Selbstverlag, 2025
Reichenbacher Vorstadt
Wetterstation auf dem Taubenberg
Auf dem Taubenberg oberhalb der Straßenbahnhaltestelle “Vogtlandklinikum” bestand zu früheren Zeiten eine Wetterstation. Eine Zeitungsnotiz vom 16. Januar 1949 gibt darüber Auskunft. Die genaue Adresse der Station ist in diesem Text leider nicht zu erfahren. Dafür erfährt der Leser aber etwas über deren Leitung, Ausstattung und die Einordnung im Netz der Wetterstationen Sachsens.
Leiter war ein Herr Windisch. Es st anzunehmen, dass das Kürzel Ing. vor seinem Namen für die Bezeichnung Ingenieur stehen soll. Es handelte sich um eine Station I. Ordnung. Eine Station I. Ordnung war bemannt und gut ausgestattet. Sie diente der ständigen und professionellen Erfassung der Wetterdaten - Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchte, Wind, Bewölkung, usw. Die Daten sind in regelmäßigen Abständen an Wetterzentralen übermittelt worden. Der Plauener Standort gehörte 1949 zu einem Messnetz von 132 Messstellen höherer Ordnung in der Osztone (sowjetische Besatzungszone nach dem II. Weltkrieg). Laut Zeitungstext kümmerte sich die Wetterwarte auch um Strahlenforschung und Bioklimatologie. Bei der Bioklimatologie ging es um Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit.
Quelle: Freie Presse Plauen, 16. Januar 1949
Ostvorstadt - Mammengebiet
Kurzchronik
- Am 1. Oktober 1886 nahmen ein Wachtmeister und vier Schutzleute in der neu eröffneten Bezirkswache an der Lettestraße ihre Arbeit auf.
- Am 8. März 1896 fand im ersten Kirchensaal der Ostvorstadt, Lettestraße 8, die Glockenweihe statt. Eine Kirche hat der Stadtteil nie bekommen.
- Am 7. April 1902 ging die Einweihung der IX. Bürgerschule (Kemmlerschule) in der Ostvorstadt über die Bühne.
- Am 18. April 1910 wurde im Hause Lettestraße 1 der Volkskindergarten eingeweiht. Der gehörte zur 9. Bürgerschule (Kemmlerschule). Der Aufbau gleicht dem des Volkskindergartens Haselbrunn.
- Am 6. November 1964 nutzten die Stadtteilbewohner erstmals ihr neues Sportlerheim an der Stöckigter Straße. Baubeginn war 1960.
- Am 1. September 1976 nahm an der Stöckigter Straße die 15. Polytechnische Oberschule den Betrieb auf.
- Am 15. Februar 1977 kauften die Bürger im Neubaugebiet an der Mammenstraße erstmals in der neuen Kaufhalle ein. Die Einrichtung an der Ernst-Schneller-Straße (Gebrüder-Lay-Straße) stellte zu diesem Zeitpunkt die größte Kaufhalle der Stadt dar. Die Waren lagerten auf einer Verkaufsfläche von 575 Quadratmetern. 30 Mitarbeiter waren beschäftigt. Mittlerweile dient der Bau nach langer Schließung als Indoor-Spielhaus.
- Am 4. April 1978 taufte die Stadt die neue 15. Polytechnische Oberschule an der Stöckigter Straße auf den Namen „Wenzel-Verner“. Seit 1993 ist es die Astrid-Lindgren-Schule. Es ist eine Grundschule.
- Am 5. Januar 1979 eröffnete die neue Stadtambulanz an der Ernst-Schneller-Straße (Gebrüder-Lay-Straße) im neuen Wohngebiet an der Mammenstraße.
- Am 2. Februar 1979 machte die neue Wohngebietsgaststätte „Stadt As“ im Neubaugebiet an der Kurt-Mittag-Straße (Clara-Wieck-Straße), hinter der Kaufhalle, erstmals ihre Türen für die Gäste auf. 80 Plätze standen zur Verfügung. 2003 wurde der Bau abgebrochen.
- Am 2. April 2007 begann der Straßenbahnbetrieb mit dem Einsatz von Stadtbuslinien in die Ostvorstadt, das Wohngebiet Chrieschwitz, den Stadtpark und zum Unteren Bahnhof. Damit hat der städtische Nahverkehr diesen Stadtteil erschlossen. Zuvor mussten die Bewohner entweder an die Tram-Haltestelle Knielohstraße oder an die Bickelstraße gehen.
Quellen: Peter Albrecht, Geschichtskalender für die Stadt Plauen, Selbstverlag, 2025
Haselbrunn
Kurzchronik
- Am 6. September 1898 beschließt der Plauener Stadtgemeinderat die Eingemeindung des Ortes Haselbrunn in die Stadt Plauen. Tags darauf feiern das viele Bewohner mit einer Beflaggung ihrer Gebäude. Die Eingemeindung ist am 1. Januar 1899 in Kraft getreten.
- Am 2. November 1908 können Kinder aus Haselbrunn erstmals den neuen Volkskindergarten besuchen. Die unter der Adresse Lange Straße 52 zu findende Einrichtung gehört zur 7. Bürgerschule (Seumeschule) an der Rückertstraße.
- Ab dem 5. September 1909 verkehrt die Tram nicht mehr nur bis zur Parkstraße, sondern bis zum Waldschlößchen.
- Am 30. März 1913 nimmt die Rückertschule ihren Betrieb auf. Bei der Eröffnung trägt sie allerdings noch den Titel "14. Bürgerschule". Erst 1920 folgte die Umbenennung.
- Am 7. September 1913 weihen die Stadtteilbewohner ihr Gotteshaus ein - die Markuskirche. Die Gemeinde entstand bereits 1905. Der Kirchbauverein, der die Grundlagen für den Bau geschaffen hat, ist schon 1900 gegründet worden.
- Am 8. August 1926 geht das Freibad Haselbrunn an den Start. Die Wasserfläche ist 9000 Quadratmeter groß. Ein Zehn-Meter-Sprungturm steht zur Verfügung. Die Anlage liegt idyllisch am Rande des Stadtwaldes.
- Am 4. April 1939 erhält die Straßenbahnlinie Haselbrunn - Neundorf die Liniennummer 1. Bis zu dem Zeitpunkt waren die Tramlinien mit Farben benannt. Die Haselbrunner Strecke war die Gelbe Linie.
- Am 6. Oktober 1945 bekommt der Stadtteil ein neues Kino. An der Morgenbergstraße öffnen die Sachsenhof-Lichtspiele. Das Filmtheater befindet sich im Saal der gleichnamigen Gaststätte. Es ist das zweite Lichtspielhaus, das nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Plauen geöffnet wird.
- Am 1. Mai 1946 wird im Haselbrunner Stadion, dem Fußballstadion, die erste Mai-Kundgebung nach dem Zweiten Weltkrieg abgehalten. Nach Angaben der Sächsischen Volkszeitung sollen Zehntausende daran teilgenommen haben.
- Am 12. Mai 1946 macht das Freibad Haselbrunn nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals wieder seine Türen auf. Die Betreiber appellieren an die Gäste, sorgsam mit Liegepritschen, Umkleidezellen und den Anlagen umzugehen. Ersatzmaterial für Reparaturen sei schwer zu beschaffen.
- Am 1. September 1954 kann die Rückertschule nach Wiederaufbau wieder Schüler unterrichten. 169 Schüler haben Platz. Es ist die vierte nach dem Krieg wieder aufgebaute Schule Plauens.
- Am 28. Mai 1957 wird die Straßenbahn vom Waldschlößchen bis zum Stadtwald verlängert.
- Am 30. Dezember 1957 folgte die Inbetriebnahme des letzten Teilstückes bis zur Plamag.
- Am 19. Juni 1959 laden die Sachsenhof-Lichtspiele an der Morgenbergstraße nach einer Modernisierung wieder zum Besuch ein. Das Kino ist mit der für Cinemascope-Filme nötigen Technik ausgerüstet worden. Zudem hat man aus der alten Vorführkabine einen Vorführraum mit Tageslicht gemacht.
- Am 2. Oktober 1959 nimmt das modernste Fischauslieferungslager der DDR am Essigsteig den Betrieb auf. Es ist Raum für 50 Tonnen Frischfisch. Der könne monatelang gelagert werden, heißt es.
- Im März 1961 geht in der Rückertschule die zweite Schul-Zahnstation Plauens in Betrieb. Die erste ist im Januar 1961 in der Herbartschule in der Südvorstadt eröffnet worden.
- Ab 1. April 1962 steht die neue Kindertageseinrichtung "Der Sozialismus siegt" an der Haselbrunner Straße zur Verfügung. 120 Kinder haben darin Platz.
- Am 29. Dezember 1972 findet die symbolische Übergabe des neuen Milchhofes an der Pausaer Straße 167 statt. Der Betrieb produzierte vorher an der Reichenbacher Straße (neben dem späteren Bahnhof-Mitte).
- Am 17. September 1973 bezieht die vielgefragte PGH Sanitärtechnik ihre Räume unter der Adresse Max-Planck-Straße 70. Die Bauten stehen noch, verfallen aber.
- Am 5. Oktober 1989 versammeln sich rund 2000 Menschen zu einem Friedensgebet in der Markuskirche. Zwei Tage später findet die Großdemonstration im Wendeherbst auf dem Tunnel statt.
- Am 12. Oktober 1989 gründet sich in der Markuskirche das Neue Forum Plauen. Die Oppositionsbewegung war mitentscheidend für für die Friedliche Revolution in der DDR.
Quellen: Peter Albrecht, Geschichtskalender für die Stadt Plauen, Selbstverlag, 2025
Am Eichberg - beinahe hätte Haselbrunn den großen städtischen Friedhof bekommen
Am 27. April 1909 begutachteten Mitglieder des Rates und der Stadtverordneten zwei größere, für einen dritten städtischen Friedhof geeignete Flächen in der Stadt: Eine in Reusa und eine am Eichberg in Haselbrunn. Sie stellten in Haselbrunn zunächst gut gehaltene Zufahrtsstraßen und einen ebenen Wald an dem Hügel fest. Das schienen gute Voraussetzungen zu sein. Das Problem an diesem Grund und Boden im Norden Plauens zeigte sich jedoch wenig später in den dort angelegten Schurf-Löchern. Die offenbarten einen sehr reichlichen Wasserbestand - kein idealer Untergrund für einen Friedhof. Das Areal hätte trockengelegt werden müssen, wodurch hohe Kosten hätten entstehen können. Außerdem stand in Zweifel, ob eine Trockenlegung auf Dauer den gewünschten Erfolg haben würde. So kehrten die Herren nach langem Marsch wieder nach Hause zurück - ohne eine Entscheidung über den Standort getroffen zu haben. Letztlich entschieden sich die Stadtväter dann aber doch für Reusa. Der Hauptfriedhof ging am 1. Februar 1918 in Betrieb.
Preißelpöhl
Kurzchronik
- Ab dem 26. September 1866 stand der neue Friedhof I an der Friedhofstraße (Reißiger Straße) für Begräbnisse zur Verfügung.
- Am 7. Januar 1889 ist der erste Teil des Friedhofs II an der heutigen Straße Am Preißelpöhl in Betrieb gegangen. Heute befindet sich auf dem Gelände ein Arboretum (Baumpark).
- Die geschlossene Wohnbebauung endete im Jahre 1892 noch an der Lessingstraße, nahe dem Friedhof I. Der Stadtplan aus diesem Jahr zeigt stadtauswärts nur noch den Friedhof II und sonst kahle Fläche.
- Am 27. Oktober 1898 ging das Zweiggleis der Eisenbahn zu dem im Bau befindlichen städtischen Vieh- und Schlachthof in Benutzung.
- Am 4. Mai 1901 übergab der Stadtgemeinderat den neuen Vieh- und Schlachthof seiner Bestimmung.
- Am 1. Juni 1906 rollte die Tram erstmals auf der vom Friedhof in Höhe Lessingstraße bis Preißelpöhl verlängerten Roten Linie.
- Am 4. April 1939 bekam die Straßenbahnlinie vom Dittrichplatz nach Preißelpöhl die Nummer 3. Bis dahin wurde die Strecke als Rote Linie bezeichnet. Die Wagen verkehrten zu diesem Zeitpunkt vom Dittrichplatz über die damalige Friedrich-August-Brücke zur Bahnhofstraße, dann runter zum Albertplatz und anschließend in Richtung des Stadtteils.
- Am 9. September 1963 fuhr die Straßenbahn auf der Linie 3 vom Preißelpöhl bis zum Oberen Bahnhof erstmals ohne Schaffner. Die übrigen Linien zogen dann nach.
- Am 17. September 1968 startete die Straßenbahn erstmals fahrplanmäßig von der neuen Wendeschleife aus.
Quellen: Peter Albrecht, Geschichtskalender für die Stadt Plauen, Selbstverlag, 2025 - Stadtpläne der Stadt Plauen
Reinsdorf: Einblicke in die Geschichte und Entwicklung
Kurzchronik
- Das ehemalige Rittergut ist 1203 erstmals urkundlich erwähnt worden. Damit gehört es zu den ältesten Rittergütern des Vogtlandes. Was bis heute von dem Gut noch geblieben ist, das ist der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Angaben der Stadt Plauen) von den Tümplings angelegte Reinsdorfer Park. Die Grabplatten der Besitzer-Familie Tümpling, die noch zu DDR-Zeiten (bis 1985) auf dem ehemaligen Friedhof im Waldgebiet „Schwarzes Holz“ lagen und später im Reinsdorfer Park, sind von den Nachkommen der Familie abgeholt worden. Vom Waldfriedhof ist heute für nicht eingeweihte Spaziergänger nichts mehr zu erkennen.
- Die Eingemeindung nach Plauen ging 1949 vonstatten.
- Am 12. September 1950 freuten sich die Reinsdorfer über die Anbindung an das Trinkwassernetz. Das kühle Nass kam an diesem Tag erstmals aus der Talsperre Bergen in den Ort.
- Im Herbst 1950 bekam das Dorf wieder eine Straßenbeleuchtung, auf die man seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verzichten musste. Zudem ließ das Tiefbauamt einen Teil des Bürgersteiges wiederherstellen.
- Das Dorf kann auch von sich sagen, früher mal einen Straßenbahnanschluss gehabt zu haben. Denn die Streckenverlängerung der damaligen Weißen Linie, der ersten Tramverbindung der Südvorstadt, lautete ab dem 2. Dezember 1909: "Tivoli - Reinsdorf". Der Name "Südvorstadt" wurde erst 1926 für diese Endhaltestelle verwendet.
Besitzer und Verwalter des Rittergutes:
- Schloßherren zu Plauen (1203)
- Amtshauptmann zu Zwickau, Sebastian von Metzsch (1602)
- Kurfürst Johann Georg I. (1613)
- Der Rat zu Plauen (1614)
- Joachim von Reibold (1635)
- Familie Tümpling (1800)
- Staatlicher Besitz (Bodenreform 1945)
- Park in städtischem Besitz heute
Der sächsische König besuchte Reinsdorf
Am 14. September 1908 weilte der sächsische König Friedrich August III. auf dem Rittergut. Der Monarch folgte einer Einladung des Hofmarschalls von Tümpling. Der hohe Gast hielt sich von kurz nach 6 Uhr am Abend bis zehn Uhr abends in Reinsdorf auf. Er reiste samt Gefolge mit zwei Equipagen an. Reinsdorf erstreckte sich damals, und auch heute noch, vom Schwarzen Holz bis zur Waldesruh, bis zum Reusaer Wald, über den Galgenberg hinweg bis an die Bickelstraße in der Ostvorstadt heran.
Quellen: Peter Albrecht, Geschichtskalender für die Stadt Plauen, Selbstverlag, 2025 - Vogtländischer Anzeiger und Tageblatt vom 16. September 1908 - Weitere eigene Nachforschungen
Westend
Ein Westend gibt es eigentlich nicht mehr
Obwohl der Begriff "Westend" in der Stadt auch heute noch gebräuchlich ist, taucht er in der städtischen Auflistung der Stadtteile nicht auf. Stattdessen sind die westlichen Wohn- und Siedlungsgebiete in "Neundorfer Vorstadt" und "Siedlung Neundorf" sowie den Ortsteil Neundorf (Eingemeindung des Dorfes im Jahre 1999) aufgeteilt. Auf alten Stadtplänen, etwa auf dem von 1912, steht die Bezeichnung allerdings.
Eigener Bahnhaltepunkt seit 1874
Das Westend hat den meisten anderen Stadtteilen einen eigenen Bahnhaltepunkt voraus - und das schon seit Eröffnung der Eisenbahnlinie von Plauen nach Eger am 1. November 1874. Die Inbetriebnahme der Strecke wurde nach der Fertigstellung der Syratalbrücke möglich. An der Personenhaltestelle sind im Jahre 1882 bereits 28.250 Fahrgäste (rund 77 am Tag) eingestiegen. Im Jahre 1888 waren es schon 49.500 (etwa 135 am Tag). Die Einwohnerzahl des Stadtteils ist 1889 mit 13.000 angegeben worden. Die ganze Stadt hatte zu dem Zeitpunkt rund 46.000 Einwohner. Der Bahnhaltepunkt ist später auch für den Güterverkehr genutzt worden.